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23.04.2010
Liebe Freunde von Jannis,
lange gab es keine neuen Meldungen, denn Jannis war sehr damit beschäftigt, seine kleine Welt kennenzulernen. Neben den Besuchen im Krankenhaus, der Krankengymnastik usw. erlernte er den aufrechten Gang. Seine Mama sagte zwar, er laufe wie „John Wayne“, aber nun kam er noch schneller überall hin und überall ran. Etliche Zähnchen haben ihn beim Durchkommen sehr geärgert. Er war auch ein ganzes Stück gewachsen und schwerer geworden. Die Medikamente mussten entsprechend angepasst werden.
Über ein Jahr lang wurde vergebens nach einem passenden Stammzellspender für Jannis gesucht. Nur durch weitgehende Isolation war es gelungen, ihn so lange infektfrei zu halten.
Da es nirgends Übereinstimmungen mit seinen HLA-Merkmalen gab, musste sich die Familie auf eine weitere, längere Wartezeit einstellen und versuchte, „Normalität“ in den Alltag zu bringen.
In all dieser Zeit fanden deutschlandweit viele Typisierungsaktionen statt. Es erfolgten auch immer wieder Aktionen und Spendenaufrufe zu Gunsten der DKMS für „Jannis und andere“.
Darüber haben wir uns sehr gefreut und möchten uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten herzlich bedanken.
Wie wir erfuhren, sind aus unserer Typisierungsaktion in Hammah schon einige Spender für andere Patienten gefunden worden.
Leider war für Jannis kein passender, sein genetischer Zwilling, dabei (wie bei ca. 30% aller anderen Suchenden). Auch in den Nabelschnurblutbanken wurde kein 100%-tig passendes Präparat gefunden.
Nach einem Besuch und diversen Untersuchungen in der Uniklinik Ulm wurde wegen der aussichtslosen Spendersuche die Möglichkeit einer haploidenten Transplantation vorgeschlagen. Das bedeutet, dass Stammzellen von einem Elternteil - durch spezielle Verfahren aufgearbeitet - dem Kind übertragen werden.
Da Jannis` Gesundheitszustand zu dem Zeitpunkt relativ gut war, nach wie vor aber das Risiko einer Infektion bestand und sich auch die Dauereinnahme der Medikamente ungünstig auswirkte, wurde entschieden, Jannis dort transplantieren zu lassen. Natürlich wäre ein Spender mit 10 von 10 übereinstimmenden Merkmalen besser gewesen, aber der war ja leider in keiner Kartei.
Von da an überstürzten sich die Ereignisse. Ganz kurzfristig gab es einen Termin, zu dem auch gleich alles für einen evtl. längeren Krankenhausaufenthalt mitgebracht werden sollte. Die erforderlichen Untersuchungen wurden durchgeführt und man wählte den Vater als Spender. Der durfte dann erst einmal wieder nach Hause fahren, während Jannis in der Klinik weiter untersucht und vorbehandelt wurde.
Dann musste der Vater wieder anreisen. Nun wurden beide für die Übertragung vorbereitet. Der Vater bekam einige Tage Spritzen, durch die die Stammzellproduktion angeregt wurde. Das war verbunden mit grippeähnlichen Gliederschmerzen. Bei Jannis wurden parallel dazu die körpereigenen Stammzellen durch eine Chemo-Therapie zerstört. Während dieser Zeit ging es dem kleinen Mann nicht gut. Seine Schleimhäute waren sehr angegriffen und er konnte nicht essen und trinken, denn er hatte Schmerzen beim Schlucken, zeitweise spuckte er Blut. Das Leben in dem ca. 4 qm großen Zelt, das mit einer besonderen Klimaanlage (mit leichtem Überdruck wird Luft über einen Keimfilter von Bakterien und Pilzsporen gereinigt) ausgestattet ist, war auch nicht einfach. Alles was in das Zelt kam oder dort auf den Boden fiel musste desinfiziert werden. Außerdem musste seine Mama aufpassen, dass er sich nicht die Schläuche herauszog.
Einen Tag vor der Übertragung wurde beim Vater „geerntet“. Diese Stammzellen wurden im Labor bearbeitet und am nächsten Tag Jannis zugeführt
Am 23.03.2010, „dem Tag Null“, erhielt er die bearbeiteten Stammzellen.
Die Eltern können nur unter strengen Hygienemaßnahmen zu ihm. Kein Knuddeln oder Kuscheln mehr,- nur Handschuhe, Mundschutz und Kittel,- alles für die Sicherheit.
Pünktlich zum „Tag 10“ nach der Transplantation stellten sich dann die ersten Zellen ein. Das war ein gutes Zeichen. Ein unangenehmer Hautausschlag und Fieber konnten glücklicherweise schnell behandelt werden.
Nun hoffen wir alle, dass sich mit dem Anstieg der Zellen die Schleimhäute regenerieren und dass kein Infekt auftritt, damit sich Jannis bald von den Strapazen erholt und irgendwann mit seiner Mama das Zelt verlassen kann.
Wir sind ganz stolz auf unseren kleinen Kämpfer und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet.
Auch wenn Jannis eine Behandlung bekommen hat, bitten wir nochmals alle Leser sich typisieren zu lassen. Für viele Suchende ist es wichtig, dass der passende Spender bereits registriert ist und schnell gefunden werden kann. Sonst geht wertvolle Zeit verloren.
Jeder, auch Sie oder Ihre Angehörigen könnten betroffen sein.
Herzliche Grüße
Oma von Jannis
Gästebuch - Neueste Einträge
Midori Hirose
Hallo liebe Jannis und Eltern,
unsere Tochter ist 2 Wochen später als Jannis geboren und leidet auch an der familiären HLH. Wie Jannis hat auch sie mit 2 Monaten fieber bekommen...
Wir wunschen dass bei Jannis alles gut läuft.
Montag, 16. August 2010
von Waaden
Hallo ihr lieben,wie sieht es aus bei Euch? Alles in Ordnung? Wie geht es Jannis und wie sind seine Werte,seid ihr schon wieder zu Hause das macht uns neugierig Ihr wißt ja gleiches schicksal. Meldet Euch bitte oder schreibt eine Mail.Gruß Petra und ...
Samstag, 14. August 2010
Ingrid
Hallo kleiner Schatz!
Ich weiß genau was Deine Eltern durchmachen unser kleiner Racker eineinhalb der auch wie Du Jannis heißt hat JMML er hat die Transplantation genau einen Tag nach seinem 1.Geburtstag bekommen. Wir haben auch keinen Spender gefun...
Freitag, 09. Juli 2010
Jessy
Hallo liebe Eltern von Jannis...
Ich hoffe sehr von ganzem Herzen, das es euch und dem kleinen Jannis den Umständen in sprechend gut geht...
Gibt es denn schon etwas neues???
Ich habe mich heute hier registriert und wollte schauen, ob ich...
Samstag, 12. Juni 2010
von Waaden
Hallo,ihr lieben.Ich hoffe ihr habt den ersten und schwersten Teil gut überstanden? Den bei uns von den Werten her siehts nicht so gut aus es zehrt sehr an den Nerven da keiner sich das Erklären kann woher es kommt.Waren jetzt in Hamburg ...
Dienstag, 01. Juni 2010
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